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Die Wahrheit des Gegenangebots

Es gibt viele Aspekte des Rekrutierungsprozesses, in denen Personalvermittler die Kontrolle haben. Jedoch, ist dies bei Gegenangeboten nicht der Fall. Sie können natürlich die Kandidaten beraten, aber letztendlich trifft der Kandidat/Kandidatin die Entscheidung selbst. Im Laufe der Jahre gab es bei Parallel viele Fälle, bei denen Kandidaten Gegenangebote angenommen hatten. Jedoch halfen wir den Kandidaten innerhalb einer kurzen Zeit nochmals eine neue Stelle zu finden. Dieses ist leider die Wahrheit des Gegenangebots; dass es meistens nicht von Dauer ist und der Kandidat/inn oft innerhalb einer kurzen Zeit wieder auf der Suche ist. Trotzdessen, akzeptieren 57% von Jobschenden ein Angebot ihres aktuellen Arbeitsgebers. Warum passiert das? Erfahren Sie mehr in unserem Artikel.

January 2019

Die Wahrheit des Gegenangebots

Die Impulsentscheidung

 

Die Annahme eines Gegenangebots kann mit einem Impulskauf vergleicht werden. Sie wissen, was Sie kaufen möchten, aber während des Einkaufs finden Sie etwas Neues, das interessant scheint und mit wenig Nachforschung, Verständnis oder Wissen über das Produkt entscheiden Sie sich trotzdem für den Kauf. Häufig führt dies dazu, dass Sie Ihre Entscheidung bereuen und wenn möglich versuchen werden, dieses rückgängig zu machen.

 

Dies ist bei Gegenangeboten identisch. Sie wissen, warum Sie Ihren derzeitigen Arbeitgeber verlassen möchten und Sie haben lange nachgedacht, um die richtige Entscheidung zu treffen. Wenn Sie dann ein Gegenangebot erhalten, fühlen Sie sich wieder geschätzt und auf einen Blick vergessen Sie alle negativen Aspekte und denken nur an das Positive. Sie entscheiden sich für das Gegenangebot. Das ursprüngliche Problem ist jedoch weiterhin vorhanden und in einer recht kurzen Zeit werden Sie sich sehr wahrscheinlich erneut vor Ihrem Arbeitgeber, mit demselben Kündigungsschreiben befinden und erneut auf der Suche sein.

 

Das Problem des Gegenangebots

 

Das Gegenangebot fokussiert sich in den meisten Fällen nicht auf die anfänglichen Gründe für den Wunsch nach einem Arbeitgeberwechsel. Der einzige Aspekt, welcher meistens angeboten wird, ist ein höheres Gehalt. Das hört sich für viele sehr attraktiv an und ist oft ein überzeugender Faktor. Daher entscheiden sich viele das Unternehmen nicht zu verlassen. Was Sie jedoch nicht wissen ist, dass Sie höchstwahrscheinlich wieder auf demselben Stuhl vor Ihrem Arbeitgeber sitzen werden und Ihr Kündigungsschreiben erneut vorlegen werden.

Der Grund dafür ist, dass das eigentliche Problem bleibt und daher statistisch gesehen 81% der Kandidaten, die ein Gegenangebot annehmen, innerhalb von 6 Monaten den Arbeitgeber verlassen. Innerhalb 12 Monate verlassen 89% der Personen, die ein Gegenangebot angebommen haben, Ihren derzeitigen Arbeitgeber.

Das Traurige daran ist, dass Sie den gesamten Rekrutierungsprozess erneut anfangen müssen. Oft vergessen auch viele den Wert einer neuen Herausforderung und akzeptieren das Gegenangebot, ohne genügend nachzudenken,. Dieses liegt oft daran, dass Sie sich in der „Comfort Zone“ befinden und merken, dass Sie sich in der neuen Position nicht mehr in dieser Zone befinden werden. Dies ist jedoch gefährlich, da so Wachstum und neue Möglichkeiten verhindert werden.

Wenn der Grund für einen Jobwechsel ausschließlich aus finanziellen Gründen besteht, dann ist ein Gegenangebot natürlich eine gute Lösung. Meistens ist das Problem jedoch nicht nur monetär, sondern besteht aus mehreren Faktoren z. B. ständiges Reisen, begrenztes Wachstum oder eine mangelnde Herausforderung sowie Entwicklungsmöglichkeiten, Wir haben festgestellt, dass die Herausforderung für viele eine große Motivation ist und fast immer ein Aspekt ist, den unsere Kandidaten in Ihrer nächsten Stelle suchen. Ein Gegenangebot löst dieses Problem nicht und so werden Sie wahrscheinlich innerhalb von 60 Tagen ein Teil der 50% sein, der erneut auf der Suche ist.

 

Wichtige Faktoren von einem Gegenangebot

 

1. Ihre Arbeitsbeziehung zu Ihrem Chef und ihren Kollegen wird nie wieder das Gleiche sein.

 

2. Oft ist die Ihnen gebotene Gehaltsanpassung, eine Erhöhung, die Sie sowieso in Kürze erhalten würden. Dies bedeutet, dass Sie bis auf weiteres keine Gehaltssteigerung erhalten können, da die meisten Unternehmen strenge Richtlinien haben.

 

3. Die Probleme, die Sie zu Beginn hatten, kehren zurück und Sie befinden sich in derselben Situation.

 

4. Zukünftige Beförderungen können beeinflusst werden, da Sie möglicherweise nicht mehr als langfristiges und loyales Mitglied des Unternehmens betrachtet werden. Dies hat Auswirkungen auf die Weiterentwicklung Ihrer Karriere.

 

5. Warum mussten Sie eine Kündigung einreichen, um eine Gehaltserhöhung zu erhalten? Als ein geschätzter Teil des Unternehmens, sollte dies nicht nötig sein.

 

Benützen Sie unsere Gegenangebot Checkliste um die richtige Entscheidung zu treffen.

 

 

Warum bieten Arbeitgeber Gegenangebote an, obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass die Person das Unternehmen bald verlassen wird, so groß ist?

 

Geld, Geld und nochmals Geld.

 

Wussten Sie, dass es einem Arbeitgeber bis zu 213 % eines Jahresgehalts kosten kann, um eine erfahrene Person zu ersetzen? Dieser Prozentsatz würde sicherlich jeden dazu motivieren, ein Gegenangebot anzubieten. Die Arbeitgeber möchten natürlich auf diese Kosten verzichten oder sich zumindest auf die Kosten vorbereiten. Ein höheres Gehalt anzubieten, um einen Angestellten zu binden, ist daher künstiger, als einen Angestellten zu verlieren und mit einem neuen zu ersetzten.

 

Natürlich, weiß der Arbeitgeber, dass dies eine kurzfristige Lösung ist, aber so ist genügend Zeit vorhaden, sich auf die kommenden Kosten vorzubereiten. Daher ist es selbstverständlich, dass 62% der Arbeitgeber angegeben hatten, ein Gegenangebot in der Vergangenheit angeboten zu haben. Dies bedeutet, dass nur 38% der Arbeitgeber angegeben hatten, noch nie ein Gegenangebot angeboten zu haben.

 

 

Unser Rat an Sie

 

Wir empfehlen Ihnen keinesfalls ein Gegenangebot vollständig zu ignorieren, da dies für Sie eine ideale Lösung sein könnte. Was wir Ihnen jedoch ans Herz legen ist, dass Sie sich immer an die Gründe erinnern, warum Sie sich ursprünglich für eine neue Herausforderung interessiert haben

und ob diese Probleme im Gegenangebot gelöst werden. Wenn nicht, macht es wirklich Sinn, eine Stelle abzulehnen, die diese Probleme lösen kann und dazu führen könnte, dass Sie Ihren Job genießen, anstatt ihn täglich zu fürchten?

 

Diese Frage können Sie nun selbst beantworten.